Tony Grubhofer
Tony Grubhofer stammte aus Innsbruck und war als Maler, Zeichner und Illustrator wesentlich an der Entwicklung des frühen Tourismus in Tirol und Südtirol beteiligt. Mit seiner Frau Sophie (geb. Zenobio-Albrizzi) lebte er auf Schloss Enn in Südtirol und verkehrte u. a. mit Theodor Christomannos — einem aus Wien stammenden wohlhabenden Privatier griechischer Herkunft — , der durch seine Investitionen in den Bau von Alpenhotels wesentlich zum gezielten Ausbau der Region als Tourismusgebiet beitrug. Grubhofer, der u. a. in München Malerei studierte und mit seinen Aquarellen und Ölbildern auch internationale Erfolge feierte, steuerte mit zahlreichen Zeichnungen in touristischen Werken einen entscheidenden Beitrag zur Verbreitung der als „typisch“ empfundenen Tiroler Landschaft und Architektur bei.
Tony Grubhofer, Maler, Illustrator und Bildbotschafter des Tourismus in: Schlorhaufer, Bettina: Berghotels 1890-1930 (2021); Seite 126–132
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Die Neueste Zeitung vom 7. Juli 1935 zitiert im Nachruf zu Grubhofer eine Rede des Malers Max von Esterle:
„Mit Grubhofer ist ein Charakter erloschen, der eigenartiger und eigenwilliger war, als man auf den ersten Blick erkennen konnte, ein Charakter, der sich nie selbstgefällig betont, nie drastisch in Szene gesetzt, aber auch nie aufgegeben oder verleugnet hat. Er war ohne Falsch, und nichts war ihm zuwiderer, als die gewisse Theaterbiederkeit vor Berlinern und Ministern. Er gehörte zum aussterbenden Typus des aus innerstem Bedürfnis kultivierten Menschen. Sein Feingefühl für alle Subtilitäten — der Schönheit sowohl, wie des Lächerlichen — machte ihn überempfindlich gegen Eingriffe in seine geistige Welt, die er mit den elastischen Schranken vollendeter Höflichkeit gegen das Außen abschloß und schützte. Was er zu schützen hatte, war eine blühende Welt von Farben, von Symbolen verborgener Wesenheit, nach deren Sinn zu suchen ihn beglückte. In seinen letzten Jahren, als nichts mehr so recht zum Werke kristallisieren wollte, als die Geschicklichkeit seiner beiden gleich virtuosen Hände zu versagen begann, gerade da wurde er ganz besonders hart bedrängt von den inneren Gesichten, Erlebnissen und Erschütterungen des echten Künstlers, von der ganzen Ueberfülle des Unerfüllten, das von einer ungeheuren Lebensarbeit noch übrig geblieben war.“
Neueste Zeitung, 7. Juli 1935, Seite 3